Was man schwarz auf weiß besitzt,
kann man getrost nach Hause tragen.
Faust 1, J. W. Goethe
Der Mythos Weimars wurde von den Dichtern geschrieben. Die Informationsvermittlung ermöglichte die seit dem 8. Jahrhundert entstandene Druck-Technik.
Unsere Sammlung dient auch der Bewahrung der Lesekompetenz. Das Grafische Weimar entstand 1876 mit der Gründung des Radiervereins, dem ersten in Deutschland. Zur Institution wurde die ab 1899 an den Kunstschulen einsetzende Lehre der Graphik.
Als bedeutende Graphiker seien genannt Ludwig Hofmann, Walther Klemm, die Bauhaus-Meister Feininger, Klee und Kandinsky. Der Gustav Kiepenheuer Verlag und die Cranach Presse trugen maßgeblich zur Wiedergeburt der Originalgraphik bei. Der Graphikverlag Dr. Heinrich Mock versuchte nach dem 2. Weltkrieg an diese Entwicklung anzuknüpfen. Die in der Stadt tätigen Kulturinstitute bewahren die Zeugnisse.
Unsere Sammlung hat aufgrund der Entstehung und komplexer Betrachtungsweise Alleinstellungsmerkmal.
Sowohl im Handsatz als auch als Matrize der Linotype ist ein breites Spektrum an Schriften der DDR-Herkunft vorhanden.
Von der Kniehebelpresse über die handangetriebene Schnellpresse bis zu verschiedenen Automaten kann der Weg im Buchdruck verfolgt werden. Für den Flachdruck stehen frühe Offsetdruckmaschine neben einer modernen Andruckpresse. In kreativer Nutzung befinden sich Lithographie- und Radierpresse.
Diverse historische Werkzeuge des klassischen Buchdrucks geben Einblick in auch heute noch übliche Bindeverfahren.
Die Sammlung beinhaltet Belege zu den graphischen Verfahren, Drucke der Pavillon-Presse, thematisch orientierte Sammlungen und Grafiken von Gerhard Altenbourg bis Baldwin Zettl.